M.S. BLEICHEN
| Name | BLEICHEN |
| Heimathafen | Hamburg |
| Schiffstyp | Stückgutftrachter |
| Erbaut | 1958 Werft Nobiskrug GmbH, Rendsburg |
| Abmessungen | 93,4 x 12,3 x 4,7 m; 1405 BRT |
| Geschwindigkeit | 12 kn |
| Maschinenleistung | 1800 PS bei 275 UpM |
Geschichte
Das Motorschiff wurde 1958 auf der Nobiskrug-Werft in Rendsburg für die Hamburger Reederei H. M. Gehrckens (H.M.G.) gebaut. Alle Schiffe dieser traditionsreichen Firma trugen die Namen althamburgischer Straßen. Angestammtes Fahrtgebiet der Gehrckens-Flotte war die Ostsee. Nach 12 Jahren Betrieb war die BLEICHEN für die Reederei unrentabel geworden und wurde an einen italienischen Eigner verkauft, der das Schiff in CANAL GRANDE umbenannte. 1979 erwarb ein türkischer Reeder den Frachter und setzte ihn - zuletzt unter dem Namen OLD LADY - im Mittelmeer und im Schwarzen Meer ein.
50 Jahre Einsatz
Für die Eisfahrt in der Ostsee wurde der Rumpf der BLEICHEN extrastark gebaut, und das Schiff erhielt die höchste finnische Eisklasse. Es transportierte regelmäßig Stückgut nach Schweden und Finnland. Die Rückladung nach Hamburg bestand aus Zeitungspapier in Rollen, bestimmt für den Springer-Konzern, und Schnittholz als Decklast. Eine Rundreise dauerte 14 Tage.
War das Anlaufen der Häfen im Norden unmöglich, beorderte Gehrckens seine Schiffe nach Westafrika. Von dort brachte die BLEICHEN zum Beispiel Tropenholz („Logs“), Kakaobohnen oder Erdnüsse zurück nach Hamburg. Im Schwarzen Meer wurde in den 90er Jahren mit dem Schiff vor allem Schrott transportiert.
Als einzigartiges, original erhaltenes Zeugnis der maritimen Geschichte rettete die Stiftung Hamburg Maritim die BLEICHEN vor der Abwrackwerft. Im Januar 2007 holte sie das Schiff nach Hamburg, um es hier als fahrbereites Museumsschiff zu erhalten.
Video: Ankunft MS Old Lady/MS Bleichen
Willkommen an Bord der BLEICHEN
Stückgutfrachter wie die BLEICHEN prägten das Bild des Hamburger Hafens vor der Zeit der Containerriesen. Auch an den 50er Kaischuppen machten regelmäßig solche Schiffe fest. Heute repräsentiert die BLEICHEN diese Generation von Frachtschiffen im Hafenmuseum Hamburg. Im Sommerhalbjahr ist die BLEICHEN zu besichtigen, zu besonderen Anlässen wird Stückgutumschlag mit dem bordeigenen Ladegeschirr vorgeführt.
Einer der beiden Laderäume – die Luke II – ist für Veranstaltungen ausgebaut. Hier finden Kunstausstellungen, Literaturveranstaltungen und Konzerte statt. Für Ihre private Feier oder ein Firmen-Event mit bis zu 200 Personen können Sie den Laderaum mieten. Und im fast unverändert erhaltenen Salon kann man in kleinerer Runde stilvoll feiern oder Tagungen abhalten.
2007 wurde der Verein » „Freunde des Stückgutfrachters MS BLEICHEN e.V.“ gegründet. Seine zahlreichen, ehrenamtlich tätigen Mitglieder setzen sich mit viel Elan für die Erhaltung des Schiffs als maritimes Kulturdenkmal ein. Ihr Ziel ist es, die BLEICHEN fahrtüchtig instand zu halten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten werden mit Unterstützung befreundeter Firmen und „Jugend in Arbeit Hamburg e.V.“ durchgeführt.
