Stiftung Hamburg Maritim

50er Schuppen: Historische Hafenbahn

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Zum Hafen gehören nicht nur Schiffe, Kais, Schuppen und Kräne, sondern auch die Eisenbahn: Sie ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die wichtigste Verbindung des Hafens mit dem Hinterland und innerhalb des Hafens. Für das Hafenmuseum ist sie unverzichtbarer Bestandteil, um den Umschlag vorführen zu können und auf dem weitläufigen Gelände „spazieren zu fahren“.

Im Sommer 2004 wurden vier historische Lokomotiven und 14 Waggons aus dem Restbestand des abgebrannten Wilhelmsburger Lokschuppens an den Bremer Kai am Hansahafen überführt. Hier werden die historischen Schienenfahrzeuge in den kommenden Monaten und Jahren sorgfältig restauriert und – soweit möglich - wieder fahrtüchtig gemacht.

Für einige Fahrzeuge beginnt damit ein „drittes Leben“. Nachdem sie als Teile der Hamburger Hafenbahn oder als Werksbahnen in Hamburger Betrieben ausgedient hatten, waren sie für den Aufbau eines „Norddeutschen Schienenverkehrsmuseums in Hamburg“ vorgesehen, das bereits seit 1968 geplant war. Die „Hamburger Eisenbahnfreunde“ erwarben die Fahrzeuge, bevor sie dem Schneidbrenner zum Opfer fielen. Zuletzt in der Lokomotivhalle des Bw Hamburg-Wilhelmsburg wurden viele Schienenfahrzeuge von Eisenbahnfreunden ehrenamtlich aufgearbeitet.

Im Oktober 1994 wurde dieses „Eisenbahnmuseum“ durch ein verheerendes Feuer zerstört. Der Stiftung Hamburg Maritim ist es gelungen, für einen Teil der erhaltenswerten kleineren Exponate eine neue Bestimmung zu finden: Sie sollen das geplante Hafenmuseum an den 50er Schuppen komplettieren.

Größtes Exponat ist die „Hobum 1“, eine 1937 gebaute Tender-Dampflok. Durch ihre einfache und robuste technische Konstruktion waren diese Loks noch bis in die 70er Jahre in Betrieb. Kleine technische Leckerbissen sind die sog. Dampfspeicherlokomotiven. Ein besonderes Stück ist die „Sanella-Lokomotive“. Sie transportierte auf dem Gelände der Margarine Union in Bahrenfeld nicht nur Margarine, sondern auch Kaffee und Konfitüre. Die Auftraggeber der Lok legten besonderen Wert auf ein ansehnliches Äußeres. So entspricht sie in der Form einer konventionellen Dampflok: Zylinder vorn, Abdampf durch einen „richtigen“ Schornstein. Die „Kleinlokomotive HEW Tiefstak“, die 1950 gebaut wurde, entspricht mehr der typischen Bauweise von Dampfspeicherlokomotiven. Sie war bei der HEW in Tiefstak im Einsatz.

Während die Lokomotiven vorerst nur konserviert wurden, konnten einige Wagen bereits mit viel Aufwand originalgetreu restauriert werden. Der Güterwagen „Oppeln“ erstrahlt bereits im alten Glanz, beim „Dresden“ fehlt nur noch die Beschriftung, der Flachwagen „Augsburg“ wurde wieder aufgebaut und der kleine Aufenthaltswagen 116 hat auch einen neuen Anstrich erhalten. Der „Star“ ist der 1930 erbaute Kranwagen „Mainz“. Zwischen den Weltkriegen wurden von der Reichsbahn zahlreiche dieser Kranwagen für den Bauzug- und Hilfsdienst eingesetzt. Die 10 Tonnen Tragfähigkeit wurden von Hand bewegt, später wurden sie mit einem 2-Takt-Benzinmotor ausgerüstet. Auch hierfür konnte inzwischen ein passender Motor beschafft und in Betrieb genommen werden. Weiter gehören ein Kesselwagen, ein offener Güterwagen, Transport- und Mannschaftswagen der unterschiedlichsten Bauarten und -jahre zur neuen Museumswelt.

Die Arbeiten an den Fahrzeugen werden vom hierfür gegründeten Verein „Freunde der historischen Hafenbahn e.V.“ betrieben und koordiniert. Maßgeblich unterstützt werden die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder bei den umfangreichen Arbeiten durch „Jugend in Arbeit Hamburg e.V.“. Im Rahmen eines Beschäftigungsprojektes arbeiten bis zu 10 Personen an der Restaurierung der alten Wagen.

Weiterhin hat der Verein zum Ziel, gemeinsam mit der Stiftung Hamburg Maritim die Gleisanlage am Bremer Kai wiederherzustellen. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Gleise zurückgebaut und außer Betrieb genommen. Die Wiederherstellung des alten Gleisschemas mit 3 parallelen Gleisen unter der Kranbahn, in der Mitte zum Rangieren und zum Entladen am Schuppen wird mit hoher Priorität betrieben.

Wer Spaß an alten Eisenbahnen oder Interesse an der Hafenbahn hat und Lust und Zeit hat, bei der Restaurierung mitzuhelfen, ist herzlich willkommen.

SPEZIAL

Infos

Angaben zum Beschäftigungsprojekt:
» Jugend in Arbeit Hamburg e. V.

Kontaktadresse

Stiftung Hamburg Maritim
Australiastraße Schuppen 52A
20457 Hamburg

Telefon   040 75 11 469 - 10
Telefax   040 75 11 469 - 29
E-mail      info@stiftung-hamburg-maritim.de

Freunde der historischen Hafenbahn e. V. Wolfgang Boltz
Reekamp 3
22415 Hamburg

E-mail     info@historische-hafenbahn.de
Web       www.historische-hafenbahn.de

Geschäftsführer

Klaus Braasch
E-mail: braasch@stiftung-hamburg-maritim.de

Spendenkonto

HSH Nordbank AG
BLZ: 210 500 00
Konto: 784 785 000


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